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Freie Bildung - Open Education



»Kirche und Bildung«, das gehört auf das engste zusammen. Besonders durch die Reformation wurde betont, dass das Wachsen im Glauben der Bildung bedarf. Für Martin Luther setzte ein mündiger Glaube voraus, dass jede und jeder selbst die Bibel lesen konnte und so gebildet war, dass er den Kleinen Katechismus, das Bekenntnis für den alltäglichen Gebrauch, nicht nur auswendig kannte, sondern auch weitergeben konnte und damit sprachfähig im Glauben war. Bildung für alle und nicht nur für wenige, die es sich leisten konnten – diese Forderung war damit ausgesprochen. So setzte sich Luther vehement für Bildungsgerechtigkeit und Bildungsteilhabe ein. Glaube war für ihn zum einen gebildeter Glaube, also ein Glaube nicht aus Konvention und nicht aus spiritueller Erfahrung allein, sondern durch die Bejahung der befreienden Botschaft des Evangeliums. Zum anderen ist Glaube für Luther immer eigenverantwortlicher Glaube: der einzelne Christ muss sich vor Gott verantworten und ist als Einzelner von Gott geliebt. Darin liegt der reformatorische Ursprung des kirchlichen Engagements für die Bildung und für einen gebildeten Glauben.

„Kirche und Bildung“, Eine Orientierungshilfe des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland
ISBN 978-3-579-05911-2





Lebenslanges Lernen in der Postmoderne


Die Moderne ist in hohen Maß davon geprägt, Ziele erreichen zu wollen. Sie denkt vorrangig linear, teilt einen Weg in Etappen ein und will über Etappenziele zum eigentlichen Ziel kommen. Der Weg ist nur ein Mittel zum Zweck und soll möglichst optimiert werden. Ein derartiges Grundmuster bildet sich in den Schul- oder Ausbildungssystemen ab, die meinen, alle wesentlichen Wissensinhalte in ein paar Jahren vermitteln zu können, um dann die Schüler in das eigentliche Leben hinauszuschicken: Es wird vor allem gelernt, um etwas zu erreichen. Und wer viel lernt, wird auch mehr erreichen. Weil diese Einstellung mit einer Überhöhung der menschlichen Ratio einherging, zielte alles auf eine Anhäufung von kognitivem Wissen nach dem Muster eines Kompendiums.

Die Postmoderne wehrt sich gegen diese angebliche Überfülle an rational erfassbarem Wissen: Die Datenflut ist heute so unermesslich groß, dass ohnehin nur schwer abzuschätzen ist, welches Wissen langfristig wertvoll ist. Die Vorstellung, man könne das entscheidende Wissen fürs „Leben“ lernen, gleicht dem Versuch, den Ozean mit einem Teelöffel auszulöffeln.

aus: Jens Stangenberg, Tanz auf der Fontäne
Christliche Spiritualität in der Postmoderne und der Zukunft



Jugendarbeit – Digitalisiert euch!

Auszug aus einem Beitrag von Peter Scheffler:

"Digitalisiert euch! Dieser Appell richtet sich an Jugendarbeiter. Geht davon aus, dass ein Großteil der Menschen, mit denen ihr täglich zu tun habt, bereits digitalisiert ist. Sie haben quasi alle in irgendeiner Form Zugriff auf eine Schnittstelle in die digitale Welt, in das Social Web. Macht eure Informationen digital verfügbar, verlinkbar, likebar! Nur so gebt ihr den Menschen überhaupt die Möglichkeit, für das eigene Erleben, das Finden des eigenen Weges und bietet ihnen damit auch die Möglichkeit, die Richtung zu ändern und Neues auszuprobieren."

Über den Autor: Peter Scheffler, Jahrgang 1982, SocialMedia Pfadfinder und Online-Marketing Consultant bei der Firma User Centered Strategy in Erlangen (http://www.ucstrategy.de) und ehrenamtlich in der Bundesleitung des Verbandes Christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder, dem größten evangelischen Pfadfinderverband in Deutschland. (http://www.vcp.de)

Der Text wurde von Peter Scheffler unter Creative Commons Lizenz “by-nc-sa” veröffentlicht. Informationen über die Verwendung von Inhalten seiner Seite finden Sie auf der Informationsseite zu Creative Commons by-nc-sa



 
 

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