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// AndreasNetz,  01. Oktober 2013

Leidenschaftlicher in der Bibel lesen

von Dr. Klaus Douglass


Wenn ich für das Christentum in Deutschland einen einzigen Wunsch frei hätte, wäre es dieser: dass Christinnen und Christen hierzulande wieder häufiger, leidenschaftlicher und bei alledem sachkundiger in der Bibel lesen würden. Ich gebe zu: Genau genommen sind das drei Wünsche. Sie stehen freilich in einem engen inneren Zusammenhang. Wenn ich zwischen den dreien tatsächlich wählen müsste, würde ich mich für das Wort „leidenschaftlich“ entscheiden.


Mein Wunsch mag erstaunlich erscheinen. Stehen wir in Kirche und Gesellschaft heute nicht vor ganz anderen Herausforderungen? Müsste ich mir nicht eher wünschen, dass Christinnen und Christen liebevoller oder engagierter wären, oder dass die Kirche noch stärker den Mut zu nachhaltigen Reformen fände? Zweifellos wäre das eine wie das andere wünschenswert. Und noch vieles mehr. Doch bin ich der Meinung, dass der Schlüssel sowohl zu einem engagierten Christsein als auch zu einer von innen heraus erneuerten Kirche unmittelbar mit der Art und Weise zusammenhängen, wie sehr sich Christinnen und Christen in der Bibel verwurzeln. Die Bibel „ist“ zwar nicht das Wort Gottes, aber durch sie redet Gott nach evangelischer Überzeugung wie durch kein anderes Medium dieser Weltgeschichte. Und ein Christentum, das sich von dieser Grundlage löst, ist wie ein Baum, der versucht, Früchte hervorzubringen, ohne auf seine Wurzeln zu achten.

Ich bin überaus dankbar für Oliver Albrechts „Grundkurs biblische Theologie“. Denn er führt uns an diese Wurzel zurück. Ein Buch wie dieses hat lange gefehlt in Deutschland. Es ist klug und sachkundig geschrieben, dabei überaus unterhaltsam und bei alledem streng daran orientiert, nicht nur theoretisches Wissen zu vermitteln, sondern den Praxisbezug des Gelesenen für den Menschen von heute aufzuzeigen. Es zeigt nicht nur wesentliche Zusammenhänge und Hintergründe der biblischen Geschichte auf, sondern macht Lust, selbst in der Bibel zu lesen und sich zu dem Gelesenen in Beziehung in zu setzen. Oliver Albrecht findet auf gekonnte Weise die Balance zwischen wissenschaftlicher Forschung und praktischer Alltagsrelevanz. Nur-Theoretiker und Nur-Praktiker werden an dem Buch sicherlich einiges zu Mäkeln finden. Aber Menschen, die auf der Suche nach einer guten (weil: praktisch umsetzbaren) Theorie bzw. nach einer guten (weil: theoretisch fundierten) Praxis sind, sind mit dem Buch aufs Beste bedient. Ich wünsche dem Buch einen weite Verbreitung und seinen hoffentlich vielen Leserinnen und Lesern von Herzen Gottes Segen!

Pfarrer Dr. Klaus Douglass, Autor und Referent für missionarisches Handeln und geistliche Gemeindeentwicklung der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN)







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